Review: Rock of Ages

Rock of Ages ist letztlich schon ein klarer Fall von „Potenzial verschenkt“. Der Film war zweifelsohne amüsant und nett anzuschauen – würde man jedoch den Soundtrack streichen, bliebe nicht allzu viel übrig. Da hätte man mehr draus machen können und müssen.

Der Mainplot ist schnell erzählt: Junges Mädchen mit Talent aus Oklahoma kommt nach Hollywood, um ganz groß raus zu kommen. Das hat man schon rund einhundertsiebenundzwanzig Mal gesehen und ist somit weit davon entfernt, originell zu sein. Der Film muss somit versuchen, an anderer Stelle zu punkten. Die daraus resultierende Liebesgeschichte folgt ebenfalls Schema F und kann wenig überzeugen – auch weil Julianne Hough und insbesondere Diego Boneta in den Hauptrollen irgendwie fehlbesetzt sind. Sie wirken wie dem High School Musical entsprungen, die Rolle der Rocker kauft man ihnen einfach nicht ab. Bezeichnend, dass Boneta in seinem Z-Guyeezz-Outfit („Doppeltes E, doppeltes Z, doppeltes Flavor!“) optisch besser passt als in seiner Rocker-Kluft.

Glücklicherweise gibt es ja noch die Nebenplots um die Bourbon Bar und Stacee Jaxx. Zwar ist hier bei der klassischen „Prüdes Amerika gegen den Rock’n’Roll“-Nummer auch nur bedingt Originalität zu erwarten, aber diese Storylines sind sehr witzig und unterhaltsam geworden. Hier tummeln sich letztlich auch die ganzen großen Namen wie Tom Cruise, Alec Baldwin oder Paul Giamatti. Allein diese Stars in ungewohnten, völlig überzeichneten Rollen zu sehen, ist ein Pluspunkt für Rock of Ages. Und ich mag Tom Cruise eigentlich nicht so gerne, aber hier kann man nur seinen Hut ziehen. Er ist als Stacee Jaxx zweifellos absolut awesome. Auf jeden Fall das Highlight des Films. Und ihm gehört die vielleicht unerotischste Sexszene seit „Matrix Reloaded“ – mit dem Unterschied, dass die Letztgenannte ernst gemeint war und die in Rock of Ages bewusst völlig überdreht wurde, während Tom Cruise und Malin Akerman Foreigners „I Want To Know What Love Is“ schmettern – hilarious !!

Der Soundtrack war erwartungsgemäß klasse – bei einem Musical wäre alles andere auch der absolute Genickbruch gewesen. Foreigner, Toto, Twisted Sister uvm…wer auf 80er-Jahre-Rock’n’Roll steht wird seine Freude haben. Allerdings muss man hier etwas Abstriche machen, denn die Songs wirken alle etwas „verweichlicht“, mehr auf das Mainstream-Publikum zugeschnitten. Den Interpretationen der Hauptdarsteller fehlte dann mitunter doch etwas die Power.

Außerdem etwas schade, dass es keinerlei Gastauftritte alter 80s-Rockstars gegeben hat. Solch ein Film wäre doch prädestiniert dafür gewesen! Die ganze Zeit wartete ich darauf, dass vielleicht Slash an der Bar steht und einen coolen Spruch raus haut, Aerosmith mal durchs Bild läuft oder Alice Cooper irgendwo im Hintergrund abhängt. Aber Pustekuchen…leider kam dahingehend gar nichts. Schade!

Fazit: Rock of Ages ist leider etwas weniger geworden, als man daraus hätte machen können. Der Film ist nett, mag aber irgendwie nicht so richtig zu zünden. Ohne den Soundtrack wäre nicht viel mehr von dem Film übrig geblieben. Wer auf 80s-Rock steht, wird seine Freude haben und insbesondere wer seine Jugend in den 80er Jahren verbracht hat, sollte auf jeden Fall mal hineinschauen. Die Story ist nicht besonders erwähnenswert, vor allem der Mainplot ist sehr unoriginell und die Liebesgeschichte erwartungsgemäß sehr kitschig. Die beiden Hauptdarsteller sind zwar musicaltauglich, erscheinen für die Darstellung eines Rockerpärchens aber nicht glaubwürdig. Dafür können die besetzten A-Class-Schauspieler absolut überzeugen. Insbesondere Tom Cruise als Stacee Jaxx ist das absolute Highlight des Films.

5/10

3 Antworten zu “Review: Rock of Ages

  1. Pingback: Rock of Ages

  2. Pingback: Eure zuletzt gesehenen Filme - Seite 294

  3. Jana Juni 28, 2012 um 10:00 am

    Oh Mainstream Publikum…hört sich an wie ein Film für mich!🙂

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