Review: Ivanhoe – Der schwarze Ritter (1952)

„Ivanhoe – Der schwarze Ritter“ ist zweifellos ein Kind seiner Zeit, mit viel Pathos und Romantik inszeniert. Interessant hinsichtlich der Gründung des Staates Israels 1948 ist die Thematisierung der Israelis als heimatloses Volk sowie die Betonung von Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und Christentum, namentlich der Angelsachsen. Ivanhoe selbst ist der klassische Held ohne Ecken und Kanten. Frei von Vorurteilen, selbstlos und edelmütig kommt er daher. Zudem war das Mittelalter in der Vorstellung Hollywoods dieser Zeit offenbar besonders farbenfroh und sauber – ja selbst der Tod durch Schwert oder Axt erscheint bemerkenswert blutleer.

Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen – ist der Film dennoch sehr sehenswert. Trotz einiger Längen ist „Ivanhoe – Der schwarze Ritter“ ein unterhaltsamer Film, auch wenn er vermutlich mehr über den Geist der 50er Jahre aussagt als eine authentische Darstellung des Hochmittelalters zu liefern (so ist die die große Welle der Hexenverfolgung beispielsweise entgegen landläufiger Meinung kein Phänomen des Mittelalters, sondern ist erst in der Frühen Neuzeit zu verorten. Während des Mittelalters stand gar der Glaube an die Existenz von Hexerei lange Zeit unter Strafe und wurde als Aberglauben abgetan).

Als äußerst gelungen kann der Soundtrack angesehen werden, für den Miklós Rózsa nicht umsonst eine Oscarnominierung erhielt und sich nur dem Westernklassiker „12 Uhr mittags (High Noon)“ geschlagen geben musste.

Sehr eindrucksvoll und sehenswert die Inszenierung des Tjosts beim Ritterturnier sowie die Schlachtszenen bei der Erstürmung der Burg Torquilstone.

6/10

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