Review: Planet der Affen: Prevolution

Poster "Planet der Affen: Prevolution"Das Planet der Affen-Franchise verfügte neben dem Kult-Original von 1968 bereits über vier Sequels und ein Remake. Nun sind die Affen auch um den neuen Hollywoodtrend reicher: Mit dem Prequel Planet der Affen: Prevolution wird uns gezeigt, wie alles begann…

Will Rodman (James Franco) arbeitet mit seinem Team an einem Heilmittel für Alzheimer. Als Versuchsobjekte dienen ihm dazu mehrere Schimpansen. Er steht kurz vor dem Durchbruch, als ein Zwischenfall im Labor dafür sorgt, dass ihm die Mittel gestrichen und die Affen eingeschläfert werden. Er kann jedoch ein frisch geborenes Affenbaby retten und nimmt es heimlich mit nach Hause. Zusammen mit seinem an Alzheimer erkrankten Vater (John Lithgow) und seiner Freundin Caroline (Freida Pinto) zieht er den Schimpansen groß. Getauft auf den schicksalhaften Namen Caesar weist dieser jedoch unerwartet besondere kognitive Fähigkeiten auf…

 „Damn you! God damn you all to hell!”

– Charlton Heston als Taylor in Planet of the Apes (1968).

Mit diesen Worten endet Planet der Affen von 1968. Der Film – und insbesondere dessen Schlussszene – ging in die Filmgeschichte ein und stellt heute einen absoluten Klassiker dar. Und „Gott“ ist dabei ein gutes Stichwort: Denn letztlich schaufelt sich die Menschheit in Planet der Affen: Prevolution ihr eigenes Grab durch ihre Tierversuche – indem die Menschen eben „Gott spielen“. Und somit kritisiert der Film auch die durch Profitgier angetriebene gedankenlose Verwendung der vorhandenen Intelligenz des Menschen und seines Potenzials.

Der Einstieg in den Film ist zunächst noch etwas holprig. Die ersten rund fünfzehn Minuten wirken etwas episodenartig, alles geht sehr schnell. Anschließend nimmt sich der Film aber genug Zeit, die Charaktere zu entwickeln – und mit den Charakteren meine ich nicht die Menschen, sondern die Affen. Denn die sind zweifelsohne die Stars des Films. Und hier kann Planet der Affen: Prevolution seine ganze Stärke ausspielen. Der Film ist regelrecht eine Studie über das Verhalten von Affen und die Entwicklung von Hierarchien innerhalb der Primatenkreise. Den Autoren ist es ausgezeichnet gelungen, den Weg Caesars plausibel zu gestalten und die „Ausbildung“ – um diesen Begriff mangels Alternativen zu verwenden – anderer Affen realistisch sowie in sich logisch und konsequent darzustellen.

Die Affen sind dabei allesamt am Computer entstanden. Verwendet wurde hierfür die inzwischen schon häufiger angewandte sog. Performance-Capture-Technik. Wie etwa bei Gollum in Der Herr der Ringe oder zuletzt auch bei den Na’vi in Avatar schlüpfen reale Schauspieler in eine Art Ganzkörperanzug, auf denen Detektoren befestigt werden, mit denen jede Bewegung aufgezeichnet werden kann. Mit weiteren Detektoren im Gesicht werden zusätzlich die Gesichtsaudrücke der Person gescannt. Im Computer können nun die digitalisierten Daten auf die gewünschte Darstellung angewandt werden – im vorliegenden Fall die Affen. Insbesondere Caesar sticht hier hervor, gespielt von Andy Serkis, der als Gollum und King Kong bereits Erfahrung mit der Performance-Capture-Technik gesammelt hat.

Bei allem Fokus auf die Affen kommen die menschlichen Charaktere in Planet der Affen: Prevolution etwas zu kurz. Sie sind natürlich existent und ihr Dasein ist auch von großer Bedeutung vor allem für die Botschaft des Films, doch wird nicht allzu viel Wert auf die Charakterisierung gelegt. Dies ist auch Kritikpunkt an dem ansonsten wirklich gelungenen Film: Die Menschen sind sehr schwarz/weiß-malerisch dargestellt. Wir haben zum einen Will, seinen Vater und Caroline, die als Sympathieträger auf Seiten der Menschen fungieren. Und zum anderen dann den Rest der menschlichen „Haupt“figuren, die durch Profitgier oder sadistische Bösartigkeit auffallen. Insbesondere die Rolle des Affenwärters Dodge Landon (als Anspielung auf die beiden Kameraden Taylors im Originalfilm – Dodge und Landon) ist sehr klischeebladen ausgefallen und wird passenderweise von Tom Felton verkörpert, der als Draco Malfoy bereits in den Harry Potter-Filmen als Fiesling aufgetreten ist.

Letztlich dient diese Stilisierung der Menschheit natürlich auch wieder für eine filmische Botschaft: Wie schon im Originalfilm soll der Gesellschaft mit Planet der Affen: Prevolution der Spiegel vorgehalten werden. War es in Planet der Affen von 1968 die Umkehrung der Verhältnisse, ist es in diesem Prequel noch das direkte Verhalten der Menschheit, die sich als „Krone der Schöpfung“ sehend herausnimmt, über jedes Geschöpf auf der Erde bestimmen zu können. Doch die Affen schlagen erwartungsgemäß zurück. Und so bietet Planet der Affen:Prevolution in guter Blockbuster-Manier in den letzten 20 Minuten einen actionreichen Showdown.

Doch der Film beschränkt sich eben glücklicherweise nicht auf Action. Im Gegenteil. Nach einem etwas holprigen, episodenartigen Einstieg nimmt sich der Film sehr viel Zeit, um den Plot zu entwickeln, der auch definitiv nicht nur Mittel zum Zweck ist, wie es so häufig bei Hollywood-Actionblockbustern der Fall ist, sondern durchaus als gelungene Story funktioniert. Gespannt wartet der Zuschauer auf den großen Knall. Wir wissen, er wird kommen, und so zieht der Film fast schon suspenseartig die Schraube immer enger bis zum Showdown, bei dem dann schließlich auch die Actionfans auf ihre Kosten kommen.

Der Fokus liegt ganz klar auf den Affen, die Charakterisierung der Menschen kommt dabei etwas zu kurz. Der Film funktioniert gut als Prequel zum Planet der Affen-Franchise und bietet für Kenner der Originale diverse Anspielungen. Gleichzeitig weist er jedoch auch einige Reboot-Charakteristika auf, denn nicht alles passt mit Aussagen aus den Vorgängerfilmen zusammen. Insgesamt ist Planet der Affen: Prevolution absolut gelungenes Blockbuster-Kino geworden, bei dem sich ein Kinobesuch definitiv lohnt.

8/10

3 Antworten zu “Review: Planet der Affen: Prevolution

  1. Pingback: Rise of the Planet of the Apes - Seite 2 - GIGA.DE - Community Forum

  2. Cheops August 25, 2011 um 8:39 pm

    Lass dich von den Mods bei GIGA nicht anmachen. Deine Prewiev ist gut und die sind nur neuidisch

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