Monatsarchive: August 2011

Review: Cowboys&Aliens

Western sind derzeit stark im Kommen. Insbesondere True Grit hat zuletzt eindrucksvoll bewiesen, dass sie kein Kassengift mehr sein müssen und mit The Revenant und Quentin Tarantinos für Ende 2012 geplanten Django Unchained stehen weitere Western in der Pipeline. Auch Alieninvasionen konnte der geneigte Zuschauer in den vergangenen Jahren wieder vermehrt auf der Leinwand begutachten. Da dachte sich Hollywood offenbar: Weshalb nicht beide Genres verbinden? Und da Comicverfilmungen aktuell glücklicherweise ebenfalls im Trend liegen, griff man prompt auf die 2006 veröffentlichte Graphic Novel Cowboys&Aliens zurück.

Die Ausgangssituation ist schnell erzählt: Das kleine Städtchen Absolution wird mit eiserner Faust vom reizbaren Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) beherrscht. Plötzlich taucht ein mysteriöser Fremder (Daniel Craig) mit einer merkwürdigen Metallmanschette am Unterarm auf, der sich weder an seinen Namen erinnern kann, noch wo er herkommt. Als die Stadt sich unversehens einem Angriff von Außerirdischen gegenüber sieht, scheint er jedoch die letzte Hoffnung auf Rettung zu sein…

Die Story klingt genauso absurd wie interessant. Dass ein Genre-Mix aus Western und Science Fiction wunderbar funktionieren kann, hat die (leider viel zu früh abgesetzte!) Serie Firefly aus der Feder von Joss Whedon bewiesen. Cowboys&Aliens kann dies leider nicht vollkommen von sich behaupten. Überspitzt formuliert könnte man fast sagen: Die erste halbe Stunde ist wirklich gut…und dann kommen die Außerirdischen. Natürlich würde dies dem Film zugegebenermaßen nicht ganz gerecht werden, daher sollen sowohl positive als auch negative Aspekte noch näher beleuchtet werden.

Die Westernatmosphäre konnte größtenteils gut eingefangen werden. Insbesondere die erste halbe Stunde des Films weiß als Western zu überzeugen. Selbst für Spaghetti-/Italowestern nicht untypische Rückblenden wurden auch in Cowboys&Aliens verwendet. Positiv anzumerken, dass auf Details wie gelbe Zähne oder dreckige Fingernägel geachtet wurde.
Die dazugehörige SciFi-Handlung konnte jedoch nicht wirklich überzeugen. Wirklich Neues wurde nicht geboten, lediglich im Invasionsgrund kann man einen Funken Originalität erkennen – dieser ist im Grunde jedoch ziemlich unsinnig. Ungefähr in der Mitte des Films muss der Zuschauer zudem eine mehr als hanebüchene Wendung hinnehmen, bei der man sich fragt, ob man sich an den Kopf fassen oder darüber lachen soll.
Lachen ist ein gutes Stichwort: Denn in meinen Augen ist ein weiterer Fehler von Cowboys&Aliens, dass er sich zu ernst nimmt. Einem Film mit diesem Titel und dieser Ausgangssituation hätte eine etwas selbstironischere Inszenierung nicht geschadet.

Leider schafft der Film es auch nicht hundertprozentig, die beiden Genres stimmig zu verbinden. Die SciFi-Elemente wirken mitunter doch etwas wie Fremdkörper im Westernsetting. Zudem wird in meinen Augen der Fehler begannen, die Außerirdischen zu früh, zu häufig und zu deutlich zu zeigen. Dabei hat zum Beispiel Ridley Scott mit Alien bereits 1979 gezeigt, dass weniger manchmal mehr ist.

Frei von Logikfehlern ist der Film erwartungsgemäß auch nicht gewesen. So ist es beispielsweise relativ sinnfrei, dass dort nun das Wrack eines Flussdampfer 500 Meilen vom nächstgelegenen großen Fluss verkehrt herum mitten in der Steppe liegt. Ja, es bietet ein sehr stimmiges Setting, doch mehr als dieser dramaturgische Grund lässt sich dafür nicht erkennen. Außerdem bleibt es mehr oder weniger fragwürdig, weshalb die Außerirdischen es für notwendig erachten, Menschen zu entführen.
Weniger störend waren da einige Klischees, die bedient wurden – vom schweigsamen Fremden über den harten Viehzüchter, der die Stadt im Griff hält bis zur Überwindung von Hass und Feindschaft, um zusammen für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen.

Schauspielerisch ist Harrison Ford natürlich über jeden Zweifel erhaben. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob er als Colonel Dolarhyde passend besetzt wurde. Für mich ist Harrison Ford in Aussehen und Spielart zu gutmütig für diese Rolle und so wirkt Dolarhyde im Film auch selten so hart, wie er vielleicht sein sollte. Daniel Craig hingegen passt ideal in die Rolle der personifizierten Coolness. Olivia Wilde hat während der ersten Hälfte des Films nicht viel mehr zu tun, als hübsch durchs Bild zu reiten, um dann allerdings Bestandteil der bereits erwähnten hanebüchenen Wendung zu sein. Abermals hervorragend ist Sam Rockwell. Seine Rolle ist nicht besonders wichtig, doch holt er das Beste aus ihr heraus. Der Kerl ist einfach große klasse und stellt dies auch hier wieder unter Beweis.

Wenn man sein Gehirn zu hause lässt, kann der Film vermutlich durchaus Spaß machen. Leider verschenkt er jedoch eine Menge Potenzial, das der interessante Genre-Mix aus Western und SciFi geboten hätte. Die Westernatmosphäre kann Cowboys&Aliens größtenteils gut einfangen, doch stört die leider wenig überzeugende SciFi-Handlung im Gesamtbild. Sie bietet nicht mehr als Durchschnittskost, weist einige Logiklöcher auf, verfügt über wenig atmosphärische Dichte und überrascht eher negativ mit einer ziemlich fragwürdigen Wendung. Zudem hätte ich mir eine etwas selbstironischere Inszenierung erhofft.

5/10

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News: Neuigkeiten zu „Ghostbusters 3“

Wie ComingSoon berichtet, gehen die Planungen für den dritten Ghostbusters-Film zügig voran. Es sei zwar noch immer nicht geklärt, ob Bill Murray nun wieder dabei sein wird oder nicht, doch soll im Frühjahr 2012 mit den Dreharbeiten begonnen werden – mit oder ohne Bill.

Dan Akroyd hat außerdem bestätigt, dass sich der Film vor allem auf eine neue Generation von Geisterjägern fokussieren soll. Es gäbe bereits einige Ideen für die Besetzung der Neuen, doch seien noch keine Entscheidungen gefallen.

Von Bill Murray abgesehen, dessen Teilnahme wie bereits erwähnt noch unsicher ist, sollen die Schauspieler der alten Garde jedoch definitiv wieder dabei sein: Dan Akroyd, Harold Raimis und Ernie Hudson sind bestätigt.

Die ersten beiden Filme erschienen 1984 sowie 1989 und gelten inzwischen als absolute Kultklassiker.

Review: Planet der Affen: Prevolution

Poster "Planet der Affen: Prevolution"Das Planet der Affen-Franchise verfügte neben dem Kult-Original von 1968 bereits über vier Sequels und ein Remake. Nun sind die Affen auch um den neuen Hollywoodtrend reicher: Mit dem Prequel Planet der Affen: Prevolution wird uns gezeigt, wie alles begann…

Will Rodman (James Franco) arbeitet mit seinem Team an einem Heilmittel für Alzheimer. Als Versuchsobjekte dienen ihm dazu mehrere Schimpansen. Er steht kurz vor dem Durchbruch, als ein Zwischenfall im Labor dafür sorgt, dass ihm die Mittel gestrichen und die Affen eingeschläfert werden. Er kann jedoch ein frisch geborenes Affenbaby retten und nimmt es heimlich mit nach Hause. Zusammen mit seinem an Alzheimer erkrankten Vater (John Lithgow) und seiner Freundin Caroline (Freida Pinto) zieht er den Schimpansen groß. Getauft auf den schicksalhaften Namen Caesar weist dieser jedoch unerwartet besondere kognitive Fähigkeiten auf…

 „Damn you! God damn you all to hell!”

– Charlton Heston als Taylor in Planet of the Apes (1968).

Mit diesen Worten endet Planet der Affen von 1968. Der Film – und insbesondere dessen Schlussszene – ging in die Filmgeschichte ein und stellt heute einen absoluten Klassiker dar. Und „Gott“ ist dabei ein gutes Stichwort: Denn letztlich schaufelt sich die Menschheit in Planet der Affen: Prevolution ihr eigenes Grab durch ihre Tierversuche – indem die Menschen eben „Gott spielen“. Und somit kritisiert der Film auch die durch Profitgier angetriebene gedankenlose Verwendung der vorhandenen Intelligenz des Menschen und seines Potenzials.

Der Einstieg in den Film ist zunächst noch etwas holprig. Die ersten rund fünfzehn Minuten wirken etwas episodenartig, alles geht sehr schnell. Anschließend nimmt sich der Film aber genug Zeit, die Charaktere zu entwickeln – und mit den Charakteren meine ich nicht die Menschen, sondern die Affen. Denn die sind zweifelsohne die Stars des Films. Und hier kann Planet der Affen: Prevolution seine ganze Stärke ausspielen. Der Film ist regelrecht eine Studie über das Verhalten von Affen und die Entwicklung von Hierarchien innerhalb der Primatenkreise. Den Autoren ist es ausgezeichnet gelungen, den Weg Caesars plausibel zu gestalten und die „Ausbildung“ – um diesen Begriff mangels Alternativen zu verwenden – anderer Affen realistisch sowie in sich logisch und konsequent darzustellen.

Die Affen sind dabei allesamt am Computer entstanden. Verwendet wurde hierfür die inzwischen schon häufiger angewandte sog. Performance-Capture-Technik. Wie etwa bei Gollum in Der Herr der Ringe oder zuletzt auch bei den Na’vi in Avatar schlüpfen reale Schauspieler in eine Art Ganzkörperanzug, auf denen Detektoren befestigt werden, mit denen jede Bewegung aufgezeichnet werden kann. Mit weiteren Detektoren im Gesicht werden zusätzlich die Gesichtsaudrücke der Person gescannt. Im Computer können nun die digitalisierten Daten auf die gewünschte Darstellung angewandt werden – im vorliegenden Fall die Affen. Insbesondere Caesar sticht hier hervor, gespielt von Andy Serkis, der als Gollum und King Kong bereits Erfahrung mit der Performance-Capture-Technik gesammelt hat.

Bei allem Fokus auf die Affen kommen die menschlichen Charaktere in Planet der Affen: Prevolution etwas zu kurz. Sie sind natürlich existent und ihr Dasein ist auch von großer Bedeutung vor allem für die Botschaft des Films, doch wird nicht allzu viel Wert auf die Charakterisierung gelegt. Dies ist auch Kritikpunkt an dem ansonsten wirklich gelungenen Film: Die Menschen sind sehr schwarz/weiß-malerisch dargestellt. Wir haben zum einen Will, seinen Vater und Caroline, die als Sympathieträger auf Seiten der Menschen fungieren. Und zum anderen dann den Rest der menschlichen „Haupt“figuren, die durch Profitgier oder sadistische Bösartigkeit auffallen. Insbesondere die Rolle des Affenwärters Dodge Landon (als Anspielung auf die beiden Kameraden Taylors im Originalfilm – Dodge und Landon) ist sehr klischeebladen ausgefallen und wird passenderweise von Tom Felton verkörpert, der als Draco Malfoy bereits in den Harry Potter-Filmen als Fiesling aufgetreten ist.

Letztlich dient diese Stilisierung der Menschheit natürlich auch wieder für eine filmische Botschaft: Wie schon im Originalfilm soll der Gesellschaft mit Planet der Affen: Prevolution der Spiegel vorgehalten werden. War es in Planet der Affen von 1968 die Umkehrung der Verhältnisse, ist es in diesem Prequel noch das direkte Verhalten der Menschheit, die sich als „Krone der Schöpfung“ sehend herausnimmt, über jedes Geschöpf auf der Erde bestimmen zu können. Doch die Affen schlagen erwartungsgemäß zurück. Und so bietet Planet der Affen:Prevolution in guter Blockbuster-Manier in den letzten 20 Minuten einen actionreichen Showdown.

Doch der Film beschränkt sich eben glücklicherweise nicht auf Action. Im Gegenteil. Nach einem etwas holprigen, episodenartigen Einstieg nimmt sich der Film sehr viel Zeit, um den Plot zu entwickeln, der auch definitiv nicht nur Mittel zum Zweck ist, wie es so häufig bei Hollywood-Actionblockbustern der Fall ist, sondern durchaus als gelungene Story funktioniert. Gespannt wartet der Zuschauer auf den großen Knall. Wir wissen, er wird kommen, und so zieht der Film fast schon suspenseartig die Schraube immer enger bis zum Showdown, bei dem dann schließlich auch die Actionfans auf ihre Kosten kommen.

Der Fokus liegt ganz klar auf den Affen, die Charakterisierung der Menschen kommt dabei etwas zu kurz. Der Film funktioniert gut als Prequel zum Planet der Affen-Franchise und bietet für Kenner der Originale diverse Anspielungen. Gleichzeitig weist er jedoch auch einige Reboot-Charakteristika auf, denn nicht alles passt mit Aussagen aus den Vorgängerfilmen zusammen. Insgesamt ist Planet der Affen: Prevolution absolut gelungenes Blockbuster-Kino geworden, bei dem sich ein Kinobesuch definitiv lohnt.

8/10

Review: Im Tal von Elah

Ein junger Mann tritt der US-Army bei. Er dient in Bosnien, es folgt ein Einsatz im Irak. Dort ist er in Kampfhandlungen verwickelt, bleibt aber unverletzt. Doch seine Rückkehr in die Heimat sollte er schließlich nur kurz überleben. Nicht dem Krieg, sondern einem Verbrechen sollte er zum Opfer fallen.

Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) bekommt eines Morgens einen Anruf vom Stützpunkt seines Sohnes Mike (Jonathan Tucker). Dieser ist seit einigen Tagen aus dem Irak zurück, ist aber nun nach einem Ausgang nicht mehr zurückgekehrt. Hank begibt sich auf die Suche nach ihm, muss jedoch bald feststellen, dass sein Sohn ermordet wurde. Mit Unterstützung der Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron) versucht er auf eigene Faust die Ansicht der Militärpolizei zu widerlegen, die in dem Fall ein Verbrechen innerhalb des Drogenmileus sehen.

Was im ersten Moment wie ein Kriminalfilm klingt, erweist sich schon recht bald als viel mehr als das. „Im Tal von Elah“ ist sowohl ein Whodunit-Thriller der etwas anderen Art, als auch ein Anti-Kriegs-Film der etwas anderen Art. Bis auf wenige, wacklig gefilmte Handyvideos aus dem Irak gibt es keine Szenen aus dem Kriegsgebiet. Dennoch stehen die psychologischen Auswirkungen des Krieges deutlich im Fokus des Films.

 “It doesn’t matter if you thought going into Iraq was right or wrong,“ he says. “Let’s set all that aside and ask, ‚What’s the hidden human cost?’“

– Paul Haggis, EW (15. August 2007)

Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis mag in seinem Film keine politische Botschaft erkennen. Doch kann nicht geleugnet werden, dass „Im Tal von Elah“ letztlich durchaus ein Appell gegen den Krieg ist. Ich würde ihm jedoch insofern Recht geben, dass es nicht explizit um die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Irakkrieges geht. Der Film fragt vielmehr nach den Auswirkungen von Kriegen im Allgemeinen – und zwar nach den Auswirkungen, die in den Medien letztlich viel zu wenig thematisiert werden. In den USA vermutlich noch viel weniger als hier bei uns. Wir hören Zahlen von Opfern oder erfahren von erfolgreichen Gebietseroberungen. Doch der Krieg deckt die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche auf. Und hat sich solch ein Riss erst einmal aufgetan, ist es vermutlich nahezu unmöglich, ihn jemals wieder vollständig zu heilen. Dies wird den Soldaten spätestens klar, wenn sie wieder nach hause kommen und sich plötzlich einem geregelten Alltag gegenübersehen.
Und schon Nietzsche sagte: „Wenn du lange genug in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund irgendwann in dich hinein.“ Ich werde mich hüten zu behaupten, dass Nietzsche dabei an eine solche Situation gedacht hat, doch ist die Zweckdienlichkeit dieses Zitates für diesen Fall nicht zu leugnen.

Haggis inszeniert seinen Film als langsames Charakterdrama. Im Mittelpunkt steht Hank Deerfield und wie er mit der Situation zurecht kommt. Zum einen, wie er den Tod seines Sohnes verarbeitet, zum anderen jedoch auch, wie sein Weltbild Schritt für Schritt ins Wanken gerät. Hank ist ein patriotisch-militaristischer Kriegsveteran, der die Einsätze der US-Streitkräfte für richtig hält, muss im Laufe des Films jedoch mehr und mehr akzeptieren, dass er seine Einstellung durchaus in Frage zu stellen hat.

Entscheidend für die Authentizität eines solchen Charakterdramas ist natürlich nicht zuletzt die Besetzung. Mit Tommy Lee Jones konnte Haggis eine wahre Schauspielgröße für die Rolle des Hank Deerfield arrangieren, der sicherlich nicht zu Unrecht für seine intensive Darbietung eine Oscarnominierung erhielt. Ihm an die Seite gestellt wird Charlize Theron, die mich immer wieder aufs Neue beeindruckt. Es ist einfach ein Genuss, ihr beim Schauspiel zuzusehen und man kann es nicht oft genug loben, dass sie es nicht nötig hat, sich aufgetakelt und gestylt in ihren Filmen zu präsentieren. Großartige Schauspielerin, bei der ich mich immer noch Frage, weshalb sie meinte, sich für „Aeon Flux“ verpflichten zu müssen.
„Im Tal von Elah“ ist zudem bis in die kleinste Nebenrolle stark besetzt. Sei es Susan Sarandon als Ehefrau von Hank und Mutter des verstorbenen Mike oder auch Josh Brolin als Polizeichief, der im Grunde nur wenige Minuten Screentime hat.

Durch die langsame und ruhige Erzählweise schleicht sich bei einer Laufzeit von 120 Minuten allerdings durchaus die eine oder andere Länge ein. Und als kleines Manko sehe ich die etwas unterkühlte Stimmung des Films. Während in Haggis’ oscarprämiertem „L.A. Crash“ die Emotionalität einer der Schwerpunkte war, bringt er solches in „Im Tal von Elah“ nur vereinzelt unter. Dabei hätte sich die Thematik dafür mehr als angeboten. Möglicherweise sah er darin aber auch ein bewusstes Stilmittel zur Untermauerung seiner Botschaft.

„Im Tal von Elah“ ist sicher nicht für jedermann geeignet. Ein stückweit kommt es allerdings auch auf die Erwartungshaltung an. Wer nach dem Lesen der Plotbeschreibung einen klassischen Kriminal-Thriller erwartet, wird große Gefahr laufen, enttäuscht zu werden. „Im Tal von Elah“ ist in erster Linie ein Charakterdrama und eine Auseinandersetzung mit dem (Irak)krieg und seinen Auswirkungen auf den Menschen.

8/10

News: Trailer zu „Machine Gun Preacher“ online

Inszeniert von Marc Forster (Wenn Träume fliegen lernen, Ein Quantum Trost) erzählt Machine Gun Preacher die wahre Geschichte des ehemaligen Drogendealers  Sam Childers (Gerals Butler), der in das Krisengebiet im Sudan reist, um das Leben von hunderten von Kindern zu retten.

Seit heute könnt ihr euch nun den Trailer im Internet anschauen:

 

Ein geläutereter Krimineller macht sich auf den Weg, um selbstlos Kinder in Afrika zu retten. Was zunächst wie eine typische Hollywoodstory klingt wird durch den wahren Hintergrund etwas Besonderes. Der Film basiert auf dem Buch „Another Man’s War“ von Sam Childers persönlich. Der Trailer hat mir gut gefallen, sehr intensiv gegen Ende durch die Untermaltung mit dem Soulravers-Song, gelungene Musik/Bildkomposition.
Ich bin sehr gespannt auf den Film. Vom Aussetzer in Ein Quantum Trost abgesehen halte ich auch große Stücke auf Marc Forster. Ich hoffe nur, dass er sich bei den Actionszenen in Machine Gun Preacher nicht an seiner Bondinszenierung orientiert, die einfach viel zu hektisch und wackelig war.

News: Ridley Scott plant neuen „Blade Runner“-Film!

Ridley Scott scheint Gefallen daran zu finden, seine alten Klassiker wieder aufzugreifen. Aktuell dreht er mit „Prometheus“ einen Film, der ursprünglich als ein Prequel zu seinem 1979er Kultfilm „Alien“ geplant war (der genaue Bezug zwischen „Prometheus“ und „Alien“ ist noch ungeklärt. Es soll wohl kein richtiges Prequel sein, jedoch im selben Universum spielen).

Nun berichtet Deadline, dass Scott einen weiteren „Blade Runner“-Film plant! Er möchte dabei offenbar sowohl als Produzent als auch als Regisseur fungieren. Ansonsten ist nichts über das Projekt bekannt. Auch nicht, ob es ein Sequel, Prequel oder gar ein Reboot werden soll.

In „Blade Runner“ von 1982 jagte Harrison Ford als Ex-Cop Rick Deckard vier sog. „Replikanten“, die ihre gesetzlich festgelegte Lebensfrist eigentmächtig nicht einhalten wollen.

News: Erster Trailer zu „Underworld: Awakening“

„Underworld: Awakening“ heißt der mittlerweile vierte Streich der Underworld-Reihe. Nach dem prequelbedingten Aussetzen im Vorgänger „Underworld – Aufstand der Lykaner“ ist nun Kate Beckinsale wieder zurück und schlüpft erneut in die Rolle der Todeshänderlin Selene.

In Teil 4 wacht Selene aus einem jahrelangen Koma und stellt fest, dass sie einen vierzehnjährigen Vampir/Lykaner-Hybriden als Tochter hat. Gemeinsam kämpfen die beiden gegen BioCom, die an der Produktion von Über-Lykanern arbeiten. Nunja…

Heute wurde nun der erste Trailer veröffentlicht, den ihr euch hier anschauen könnt:

 

Auf mich wirkt der Trailer eher abschreckend, allerdings konnte ich bisher mit den „Underworld“-Filmen generell nicht so viel anfangen –  was Vampire angeht mag ich es eher altmodisch 😉
Fans der ersten drei Filme könnten mit dem neusten Film also durchaus auf ihre Kosten kommen.

News: Erste Synopsis von „Man of Steel“

Auf ComingSoon wurde heute eine erste Inhaltsangabe zur kommenden Superman-Verfilmung „Man of Steel“ veröffentlicht. Als Comicverfilmung und Reboot liegt der neuste Streich von Regisseur und Slow-Motion-Crack Zack Snyder (300, Sucker Punch) voll im aktuellen Hollywood-Trend:

In der Welt der Superhelden ist Superman der bekannteste und verehrteste Charakter aller Zeiten. Clark Kent/Kal-El (Cavill) ist ein junger Journalist im Alter von 20+ Jahren, der durch seine Kräfte jenseits jeglicher Vorstellungskraft verunsichert wird. Vor Jahren vom hochentwickelten außerirdischen Planeten Krypton zur Erde entsandt, wird Clark von der ultimativen Frage gequält – Warum bin ich hier? Von den Werten seiner Adoptiveltern Martha (Lane) und Jonathan Kent (Costner) geformt, entdeckt Clark sehr bald, dass es schwere Entscheidungen erfordert, wenn  man über übernatürliche Kräfte verfügt. Doch zu einem Zeitpunkt, als die Welt Stabilität besonders nötig hätte, sieht sie sich einem Angriff gegenüber. Werden seine Fähigkeiten zur Erhaltung des Friedens genutzt werden können oder letztlich, um zu spalten und zu erobern? Clark muss der Held werden, der als „Superman“ bekannt ist. Nicht nur, um als letztes Signalfeuer der Hoffnung für die Erde zu dienen, sondern auch, um diejenigen  zu beschützen, die er liebt.

Gut, die Inhaltsangabe ist jetzt noch nicht besonders aussagekräftig, aber ich bin mal vorsichtig gespannt. Ich selbst konnte bisher nie so richtig was mit Superman anfangen. Mir liegen „bodenständigere“ Helden wie Batman mehr. Und irgendwie fand ich es immer lächerlich, dass sich Clark Kent und Superman im Grunde lediglich durch die Brille unterscheiden, trotzdem aber niemand ihn erkennt.

Aber mal schauen, wie sich diese neue Interpretation schlagen wird. Vor allem die Andeutung eines inneren Kampfes in Superman klingt doch ganz interessant und einigermaßen tiefgründig. Mal sehen, was Zack Snyder letztlich da herausholen wird können – auf jeden Fall können wir uns wohl wieder einmal auf die inflationäre Nutzung von Slow-Motion-Shots einstellen 😉

Review: Super 8

Eine Kollaboration von J.J. Abrams und Steven Spielberg passt wie die Faust aufs Auge. Schon vor „Super 8“ erinnerte Abrams mit seinen Regie-, Drehbuch- oder auch Produktionsarbeiten in Film und Serie mitunter an Spielberg. Beide mach(t)en so eine Art „gehobenes“ Mainstream-Kino, anders kann ich es gerade nicht ausdrücken. Eine Zusammenarbeit beider Filmemacher klang da für mich natürlich passend und interessant, auch wenn ich nicht weiß, wieviel Einfluss Spielberg jetzt direkt auf den Film hatte (sein Einfluss durch seine frühreren Werke sind ja unverkennbar).

Abrams gelingt mit „Super 8“ in der Tat eine gute Hommage an die alten Spielberg-Klassiker aus den Late-70s/Early-80s à la „E.T.“, „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ oder auch „Die Goonies“ (Story von Spielberg). Diese Atmosphäre fängt Abrams wunderbar ein.

Von der Story lässt sich nicht allzu viel erzählen, ohne zu spoilern:  Im Sommer 1979 dreht der Teenager Joe Lamb, kürzlich seine Mutter durch einen Arbeitsunfall verloren, mit seinen Freunden einen Zombiefilm, als sie Zeuge eines Zugunglückes werden. Doch schon bald finden sie heraus, dass mehr dahinter steckt und mehr und mehr werden die Bewohner der kleinen Stadt Lillian, Ohio von mysteriösen Ererignissen verunsichert…

Besonders gelungen ist dabei die ganze Geschichte um die Jugendlichen. Diese Coming-of-Age-Jugendabenteuer finde ich klasse, so zähle ich „Stand by me“ bspw. zu meinen Lieblingsfilmen. Und das machte für mich eben auch „Super 8“ aus. Die Kombination aus 80er-Spielberg-Scifi-Atmosphäre und der Coming-of-Age-Story der Jugendlichen. Kinderdarsteller sind ja immer so eine Sache, aber hier machen die Kids alle einen wirklich guten Job – allen voran Elle Fanning in ihrer Rolle als Alice Dainard.

Der ganz grundsätzliche Plot um die Hintergründe der mysteriösen Geschehnisse in der Stadt war für mich eher nebensächlich. Und ich muss auch sagen, dass ich diese Story auch nicht so gut fand. Zumal diese auch nicht ganz frei von Logikfehlern blieb. Die Story war nett, ja, mehr aber auch nicht. Aber diese Tatsache wiegt eben weniger schwer, weil das ganze Drumrum wirklich gut war. Die Chemie zwischen den Jugendlichen stimmte, der Humor war gut platziert, die Atmosphäre war klasse und wie gesagt die Jugendabenteuer-Coming-of-Age-Thematik.

Gegen Ende wurde es schon reichlich kitschig, doch irgendwie wirkte das bei diesem Film auch ganz passend. Wiedermal hervorragend übrigens der Soundtrack von Abrams Haus- und Hofkomponist Michael Giacchino. Aber auch der populärmusikalische Soundtrack war passend gewählt (großartig die „My Sharona“-Acapella-Version der Jungs :D).

Fantastisch natürlich auch das, was dann während des Abspanns läuft (also sitzen bleiben!).
Wunderbar hierbei die Anspielungen etwa auf Romero oder auch Re-Animator, wenn ich mich nicht täusche.

„Super 8“ ist ein wunderbarer Genre-Mix geworden. Abrams weiß schon immer genau, was er tut – auch wenn sein Einsatz der Lenseeffects wieder einmal etwas übertrieben war 😉
Die Story als solche fand ich in Ordnung, aber für mich machen vor allem die Atmosphäre und die Coming-of-Age-Thematik den Film aus. Absoluter Nostalgiefaktor!

7,5/10

Hallo Blogwelt, ist irgendwer da draußen?

Tja, das ist er nun. Mein erster Blogeintrag in meinem eigenen Blog. Doch was schreibt man denn als ersten Eintrag? Ich habe mich entschieden, erstmal einen kleinen Vorstellungspost zu verfassen: Was soll das eigentlich sein, dieses Filmtoast? Ist das ansteckend? Und was wird den Constant Reader (um mir mal kurz den Begriff von Stephen King zu borgen) erwarten, wenn er sich entscheidet, häufiger hier vorbeizuschauen?

Der Titel dieses Blogs kann in zweifacher Hinsicht interpretiert werden. Zum einen versteht sich Toast als klassisches Prosit. Als Prosit auf das Medium Film, dessen sich dieser Blog anzunehmen gedenkt. Gleichwohl ist Toast auch im ganz herkömmlichen Sinne zu verstehen: Denn genau wie ein Toast erst durch den Aufstrich und den Belag richtig lecker wird, ist ein guter Film ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Story, die Regie, die Charaktere, der Soundtrack oder die Schauspieler – um nur mal einige der vielen Aspekte zu nennen.

Auf Filmtoast wird es immer wieder auch aktuelle News aus der weiten Welt des Films geben. Kernstück des Blogs stellen jedoch die Filmreviews dar. Filmtoast hat sich dabei nicht auf ein bestimmtes Genre spezialisiert, sondern versucht, die verschiedenen Filmsparten weitestgehend abzudecken. Damit dürfte für jeden etwas dabei sein. Natürlich bleibt es bei einem Blog nicht aus, dass sich die Reviews vor allem nach dem Geschmack und der daraus resultierenden Filmauswahl des Autors richten. Mein Geschmack ist jedoch nicht auf ein Genre festgefahren, sodass sich da sicherlich eine gewisse Abwechslung ergeben wird.

Ich freue mich, dass du dich hierher verirrt hast und hoffe, dass mein Blog einen einigermaßen bleibenden Eindruck hinterlassen wird und ich dich in Zukunft noch häufiger auf Filmtoast begrüßen darf. Viel Spaß beim Lesen – und hoffentlich Kommentieren.